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Growth Hacking – schnelles Wachstum durch kreative Ideen

Growth Hacking wird gerne in Zusammenhang mit Start-Ups verwendet. Es beschreibt eine Marketing-Technik, die auf technischem Know-How und vor allem auf Kreativität basiert und als primäres Ziel das Unternehmenswachstum verfolgt. Der Begriff Growth Hacker wurde 2010 von Sean Ellis in einem Blogpost erwähnt und hat sich anschließend in der Digitalbranche verbreitet.

 

Eine Mischung aus Marketer und Programmierer – so werden Growth Hacker häufig beschrieben. Dabei sind nicht zwangsläufig Programmier-Skills erforderlich. Vielmehr geht es darum, klassische Wege und Kanäle zu umgehen und kostensparend und/oder sehr schnell zu wachsen. Growth Hacking hängt in erster Linie von den Ideen und Fähigkeiten einzelner Personen ab.

Wie Growth Hacking funktionieren kann, lässt sich am besten anhand von Beispielen erklären:

  • Airbnb: Das Übernachtungs-Portal fügte für Nutzer der eigenen Plattform die Möglichkeit hinzu, ihre Anzeigen automatisiert auf der bereits etablierten und insbesondere in den USA sehr populären Anzeigenplattform craigslist.com zu schalten. Airbnb konnte maßgeblich von der erweiterten Reichweite profitieren. Dafür war eine aufwendige selbst programmierte Schnittstelle nötig. Heute wird davon ausgegangen, dass dieser Growth Hack das Wachstum des Unternehmens signifikant beeinflusst hat.
  • Dropbox: Die Nutzer von Dropbox erhielten zusätzlichen Webspace, wenn sie die Dropbox ihren Freunden empfahlen und diese sich registrierten. Aus heutiger Sicht nichts Außergewöhnliches, aber die Incentivierungs-Methode war damals neu und machte das schnelle Wachstum des Unternehmens möglich.
  • Hotmail: Der E-Mail-Dienst entschied sich auf Initiative von Investor Timothy Draper dazu, an jede Mail seiner Nutzer die Signatur „PS I love you. Get your free E-Mail at Hotmail“ hinzuzufügen. So verbreitete sich die Botschaft, ohne dass zusätzliche Kosten entstanden.

 

Die drei Beispiele zeigen, wie unterschiedlich Growth Hacking funktionieren kann. Während bei Airbnb die technische Entwicklung einer Schnittstelle das Wachstum förderte, war es bei Dropbox ein Incentivierungs-Programm. Bei Hotmail wurde hingegen ein neuer kostenloser Kommunikationskanal erschlossen.

Growth Hacking in der Praxis

Wenn man ehrlich ist, liest man immer wieder dieselben Beispiele für erfolgreiches Growth Hacking, was darauf schließen lässt, dass es eben selten gelingt, einen erheblichen Sprung im Unternehmenswachstum zu erreichen. Trotz der geringen Aussichten auf diesen einen „Hack“, der alles ändert, ist die Grundidee eine durchaus sinnvolle Art über das eigene Geschäftsmodell und die Wachstumsmöglichkeiten nachzudenken. Traditionelle Wege und Kanäle zu hinterfragen und neue Ansätze zu suchen, ist in den meisten Unternehmen förderlich. Growth Hacker einzustellen und auf den großen Wurf zu warten wird dabei in den seltensten Fällen von Erfolg gekrönt sein. Vielmehr sollte unternehmerisches Denken und Arbeiten langfristig als Teil der Unternehmenskultur etabliert werden und sich auch nicht auf Marketer oder Programmierer beschränken.

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